Keine Antwort ist auch eine Antwort

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Keine Antwort ist auch eine Antwort. Und zwar eine sehr kraftvolle.

Wie unterschiedlich die Wirkung von Stille doch sein kann…

 

Ich bin bekennender Fan von Stille. Meistens zumindest.

Es gibt Führungskräfte, die die Beantwortung von E-Mails vom Rang bzw. dem Hierarchiegrad des Absenders abhängig machen. Es gibt Führungskräfte, die aufgrund des massiven E-Mail-Volumens keine andere Chance haben, als einen Priorisierungsfilter dieser Art einzusetzen.
Und es gibt Mitarbeiter*innen, mit denen ein Umgang dieser Art eine Menge macht. Auch wenn darüber kaum gesprochen wird, denn immerhin stellt es vermeintlich den Wert der eigenen Person oder des Anliegens ‚aus höherer Sicht‘ in Frage. Vor allem aber hinterlässt es den langanhaltenden bitteren Geschmack, ein paar Zeilen nicht Wert gewesen zu sein.

Ich muss zugeben, ich bin kein Fan davon. War es nie und werde es auch niemals sein. Weder davon, Menschen nach Klassen, in diesem Fall ihrem Rang zu behandeln, noch von der Einfallslosigkeit, keine andere Lösung zur Bewältigung des Arbeitsvolumens gefunden zu haben. Unternehmen appellieren heutzutage an ihre Mitarbeiter*innen permanent 100% zu geben. Innovativ, kreativ, belastbar, teamfähig und vor allem produktiv und effizient zu sein. Während der Auflistung dieser Eigenschaften mutiert leider jedoch der Mensch zum Roboter. Unsere USPs sind unsere Gefühle. Unsere wunderbare Fähigkeit Empathie zu entwickeln und als soziale Wesen in gegenseitigem Austausch und Kontakt zu existieren. Unsere Gabe Mitgefühl für andere zu haben und so Verantwortung für ein Miteinander zu übernehmen. Unsere Fähigkeit, miteinander nicht nur auf sachlicher Ebene zu kommunizieren, sondern in unsere Überlegungen und Handlungen auch Gemütszustände zu integrieren. Unser grundsätzliches Streben nach Wohlbefinden und Glück. Nach sozialen Kontakten und der Stimulation unserer Sinne. Und dem so simplen Anspruch, in einem hochprofessionellem freundlichem Umfeld, die Mindestbasis an Respekt entgegengebracht zu bekommen.

 

 

Und um die Gefühlsduselei zu beenden, wir sprechen hier am Ende ganz simpel von Zahlen. Von finanziellen Einbußen, die Unternehmen zu verzeichnen haben, deren Kulturen wie oben beschrieben angelegt sind und bewusst nicht verändert werden. Wir sprechen davon, dass die Produktivität der Mitarbeiter sinkt, weil sie sich weder akzeptiert noch respektiert fühlen. Geschweige denn bereit sind, die berühmte ‚Extra-Mile‘ zu gehen. Davon, dass die Rede von belastbaren Vertrauensebenen vielerorts nur noch in Employer Branding-Broschüren Realität ist.

 

Wie unterschiedlich die Wirkung von Stille doch sein kann… 

 

Ich bin absolut sicher, dass die Digitalisierung Kulturen dieser Art zwingen wird, leer zu laufen. Wir werden keine andere Wahl mehr haben, als uns unserer menschlichen USPs bewusst zu werden, sie einzusetzen und als solche, unserer Natur entsprechend, für uns und den Fortschritt zu nutzen. Alles andere werden AIs und dazugehörige lustige Maschinen für uns erledigen.