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Keine Macht der Angst – Teil 2

Keine Macht der Angst – Teil 3
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Keine Macht der Angst – Teil 1
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Angst auflösen und auf Augenhöhe begegnen

Angst ist ursprünglich betrachtet gar keine schlechte Sache. Sie schützt uns und sie sichert mitunter unser Überleben. Leider beschränkt sie sich jedoch nicht darauf, sondern nimmt gerne mal Überhand und taucht in Situationen auf, wo sie eigentlich nichts zu suchen hat.

Bei der Entstehung von Angstgefühlen in unserem Körper spielen unterschiedliche Bereiche des Gehirns eine Rolle. Das emotionale Zentrum unseres Gehirns, die sogenannte Amygdala, im vorderen Bereich hinter der Stirn angesiedelt, scheint nach bisherigem Stand der Wissenschaft der Ursprung von Angstentstehung zu sein. Interessant ist hierbei zu wissen, dass exakt dort ebenso der Auslöseursprung für Stressreaktionen in unserem Körper ist und die Amygdala außerdem das Kernzentrum unserer Emotionen ist. Zusammenfassend lässt sich demnach sagen: Angst, Stress und Emotionen hängen immer miteinander zusammen.

Das bedeutet, Reize von außen werden in der Amygdala verarbeitet und setzen dort eine Kettenreaktion in Gang, die neben Hormonausschüttung unter anderem auch Adrenalin und Cortisol freisetzen. Und sofern wir uns wieder beruhigen auch Dopamin, damit wir nach überstandener Angst ein anschließendes Wohlgefühl verspüren.

Typische körperliche Stress- oder auch Angstmerkmale sind Herzrasen, steigender Blutdruck, flache beschleunigte Atmung und Schweißausbruch.  Ich habe einige kostenlose Meditationen und Übungen zusammengetragen, die Dich im Umgang mit Angst unterstützen.  Hier kommst Du zu den kostenlosen Meditationen.

Neuroplastizität

Das Gehirn ist neuroplastisch, das heißt, dass es veränderbar ist. Wir können unser Verhalten aktiv verändern und somit unsere automatischen Reaktionen, psychisch wie auch physisch, neu gestalten. Auch die Angst kann so verlernt werden.

Nachdem Du in Teil 1 der Serie ‚Keine Macht der Angst‘ gelernt hast, die Angst genau zu betrachten und sie zu akzeptieren, kann nun die Reaktion auf die Angst verändert werden. Dieser Vorgang wird auch “Musterunterbrechung” genannt. Die Aufgabe besteht darin, bisherige Reaktionen auf die Angst in eine andere, funktionale Reaktion umzuwandeln. Also, zum Beispiel, anstatt mit Herzrasen und Gedanken des Kontrollverlustes zu reagieren, nun ganz bewusst mit Ruhe und Entspannung auf die Angst zu reagieren. Dies lässt sich vor allem durch Achtsamkeit erlernen, denn diese hilft dabei, zu beruhigen, Zeit zu gewinnen und Kontrolle über die Situation zu erlangen bzw. diese zu behalten.

Bevor wir dazu kommen, möchten ich jedoch noch etwas tiefer mit Dir in die  Neurobiologie eintauchen: Unser Gehirn ist darauf angelegt, immer Ursache und Wirkung zusammen zu bringen. Diese Fähigkeit gibt uns die Möglichkeit, Dinge vorhersehen zu können, weil wir das Ergebnis einer bestimmten Ursache bereits abgespeichert haben und kennen.

Dementsprechend resultiert aus bereits Erfahrenem eine Erwartungshaltung und die dazu passende Gedanken. Wenn wir uns jetzt zum ersten Mal in einer für uns vollkommen neuen Situation befinden, gibt es nichts, was unser Gehirn bislang dazu abgespeichert hat. Diese Tatsache bringt uns zum einen ins Wanken und zum zweiten entwickeln wir die Tendenz uns Zukunftsszenarien auszumalen. In unserem Gehirn müssen völlig neue Synapsenketten angelegt werden, die richtige Verhaltensweisen und passende Gefühle für die neue Situation entwickeln und wir diese in Anschluß daran bewusst abspeichern können.

Bis das passiert ist, bleiben wir unsicher und bedienen uns dessen, was bereits da ist oder was wir uns mit Hilfe unserer Phantasie ausdenken. Das bedeutet, sofern ähnlich vergleichbare Situationen oder Ängste durch frühere Erfahrungen in uns angelegt wurden, werden diese in Krisenzeiten erneut zum Leben erweckt, bis die neue Erfahrung erfolgreich erlebt, bewertet und mit einem neuen Gefühl versehen wurde. Wir haben es also in ungewohnten Krisenzeiten auch immer mit alten Ängsten zu tun, die mitunter mit der aktuellen Situation nichts gemein haben. Der Ursprung alter Ängste und damit verbundener Gedanken kann beispielsweise auch simpel in erzählten Geschichten unserer Großeltern über Kriegszeiten oder schlechten Science-Fiction-Filmen liegen. Oder auch einfach durch Bilder aus Krisengebieten der Erde, die sich in unseren Kopf eingebrannt haben, resultieren.

Aufgabe:

Sieh‘ Dir genau Deine Aufzeichnungen an, die Du mit der Anleitung aus Teil 1 aufgeschrieben hast. Und dann markiere die noch übrig gebliebenen Ängste, die alt zu sein scheinen, in Blau und die Ängste, die tatsächlich einen aktuellen Bezug zu Deiner jetzigen Realität haben, in Grün. Wenn Blau noch immer überwiegt, frage Dich, was Du der Angst anbieten kannst, damit sie weiß, dass sie Dich nicht länger beschützen muss?  Schreibe das auf.

 

Hier geht es zum Teil 3 der Artikelserie ‚Keine Macht der Angst‘

Im dritten Teil befassen wir uns mit unseren Gedanken. Denn Gedanken können mitunter so kraftvoll sein, dass sie eine körperliche Wirkung auf uns haben. Und da lohnt es sich doch einen Blick auf die Qualität und Färbung unserer Gedanken zu werfen.

Du hast Teil 1 noch gar nicht gelesen?

Im ersten Teil befassen wir uns mit den Grundlagen zum Thema ‚Angst‘ und können so im Anschluß einen weniger emotionalen und eher analytischen Blick darauf werfen. Außerdem sind hier bereits einige praktische Übungen integriert, die Du zu Hause machen kannst.

 

Wenn Du aktiv arbeiten möchtest, dann nutze doch meine kostenlosen Meditationen. Hier geht es zu den kostenlosen Meditationen ‚Keine Macht der Angst‘.