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Silberrrücken in Agile Transitions

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Erfahrung meets Multitasking

 

Als würden die Herausforderungen beim Aufeinandertreffen der Generation Y mit den Baby Boomern nicht schon ausreichen. Zahlreiche Unternehmen beginnen, althergebrachte Wasserfall-Modelle in bezug auf ihr Projektmanagement, zu verändern. New Work und damit auch die ‚Transition‘ in agile Arbeitsmodelle in Form von Projektteams à la SCRUM oder Kanban, halten Einzug in die Mittelmanagement-Etagen schicker Bürogebäude.

Es ist kein Geheimnis, dass die Ansprüche der Generation WHY (geb. 1998 – 200) auf Work-Life-Balance, kostenfreies Obst, Open Space und einem Unternehmenssinn, der über die Quartalszahlen hinaus geht, befremdlich auf so manchen Baby Boomer (geb. 1955-1969) wirken. Denn sie wiederum, sind im ‚alten System‘ sozialisiert worden und definierten sich stattdessen über die Größe ihrer Einzelbüros, die Anzahl an Mitarbeitern, einen Titel, die Höhe der Budgetverantwortung und nicht zuletzt ein Vorzimmer. Und das seit Jahrzehnten

Die junge Generation mag eine irre schnelle Auffassungsgabe haben. Sie kann diese zudem multitasking abrufen bzw. einsetzen. Mit auf Erfahrung beruhender, ausdauernder, konzentrierter Arbeitsweise jedoch, hat sie wenig bis nichts am Hut. Das sind nach wie vor die Kronjuwelen der Baby Boomer.

 

Wie nun die Zeit bis zum Altersteilzeit-Programm überbrücken?

 

Fast ein bisschen unfair mag es da manchem Baby Boomer erscheinen, dass nun – mitunter ‚auf den letzten Metern‘, vor Beginn der abschlagsfreien Rentenzeit oder zumindest im Planungsprozess für die letzten 15 Berufsjahre befindlich,  immer mehr Unternehmen mit Transformationen in Richtung Agile Work um die Ecke kommen. Eine Agile Transition ist ein enormer Veränderungsprozess für Organisationen, der generationsübergreifend nicht so einfach realisiert werden kann, wie er zuvor auf dem Papier geplant wurde.

Klare Vorteile haben hier die Jüngeren. Es entspricht ihrem Verständnis und knüpft nahtlos an Methoden an, die sie aus dem Studium gewohnt sind: in Projektteams organisiert, weitestgehend ohne Hierarchien, mit einem (SCRUM)-Master als Zeremonienmeister und nur einem verantwortlichen Project Owner, arbeiten sie kreativ und dennoch eng geführt auf kurz- bis mittelfristiger Projektbasis.

Doch was passiert auf der anderen Seite mit dem Selbstverständnis und vor allem mit dem Wertesystem der Silberrücken? Sie sehen sich zunehmend auf gleicher Ebene in ‚Gemeinschaftsduschen‘, mit Programmierern, Jungmanagern, Service-, Vertriebs- und Marketingkollegen*innen, ja sogar Assistent*innen.  Sie sind also ’nearly lost in agile transition‘. Und, um es mit Heidi Klum’s Worten zu sagen: nur einer kann Projekt Owner werden!

 

 

Lässt sich das Human Capital binden?

Um der Gefahr entgegenzuwirken, das immense Wissen, die zahlreichen Kontakte und die jahrzehntelange Erfahrung der Baby Boomer zu verlieren, erscheint es daher allerhöchste Zeit, ihnen Unterstützung bei der Neudefinition ihrer Werte anzubieten. Endvierziger führen schon jetzt Gespräche über eine mögliche Flucht in Altersteilzeitprogramme, deren Beginn jedoch üblicherweise erst ab einem Lebensalter von 55 Jahren möglich ist. Unternehmen stehen also in der Pflicht, das menschliche Kapital bis – mindestens zu diesem Zeitpunkt – optimalerweise noch darüber hinaus, motiviert und vor allem für sich abrufbar, zu erhalten.

Viele meiner Klienten stammen aus der Generation ‚Baby Boomer‘. Ihr Know-How, ihre Erfahrung und das nötige Maß an Souveränität und Charakterstärke zeichnet sie aus. Schlußendlich gibt es nur wenige Situationen, die sie nicht schon in ihrem Berufsleben erlebt hätten. Doch die Definition des eigenen Wertes, der Stärken und Talente fand die meiste Zeit eben über o.g. äußere Umstände statt und weniger über ihre individuelle Persönlichkeit. Äußere Umstande, die in der Agile Working World so nicht mehr vorhanden sind.

 

 

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